Engagement-Marketing

Was ist Engagement-Marketing?

Engagement-Marketing ist der Einsatz von strategischem, ideenreichem Content, der Interesse weckt und im Laufe der Zeit für bedeutungsvolle Interaktionen sorgt. In einer Gesellschaft, in der wir jeden Tag rund 3000 Werbebotschaften sehen, lernen Verbraucher schnell abzuschalten. Bis Tagesende bleiben durchschnittlich nur vier dieser 3000 Botschaften in Erinnerung. Die meisten mögen Marketing nicht und ignorieren bezahlte Werbung. Was also kann man als Marketer unternehmen?

Jeder moderne Marketing-Experte muss viel Lärm durchdringen und mit potenziellen und bestehenden Kunden auf bedeutungsvolle Weise interagieren. Dies ist nicht nur eine neue Marketing-Strategie, sondern eine neue Denkweise im Hinblick darauf, wie eine Marke mit ihrer Zielgruppe kommuniziert:

  • Als Individuen
  • Basierend auf ihrem Beruf und ihren Interessen
  • Kontinuierlich über einen längeren Zeitraum
  • Auf ein Ergebnis ausgerichtet
  • Überall, wo sie sich gerade aufhalten

Ein guter Engagement- oder Inbound-Marketing-Plan beruht auf mehreren Marketing-Tools und -Strategien – wie E-Mail-Marketing, Content-Marketing, Social-Media-Marketing und Marketing-Automatisierung. Bei guter Strategie und Umsetzung wird diese Marketing-Philosophie zunehmend zum einzigen effektiven Weg, im digitalen Zeitalter mit Einkäufern und Verbrauchern zu kommunizieren.

Was Engagement-Marketing NICHT ist

Um etwas wirklich zu verstehen, bietet es sich oft an zu analysieren, was es nicht ist.

  • Engagement-Marketing ist kein Unterbrechungsmarketing. Vielmehr ist es genau das Gegenteil. Unterbrechungs- oder Outbound-Marketing ist alles, was plötzlich auftaucht und den Tagesablauf oder die Arbeit stört. Anstatt potenzielle Kunden anzuziehen, werden sie mit Kaufanreizen bombardiert. Unterbrechungsmarketing versucht, mit Tricks die Aufmerksamkeit von Entscheidungsträgern an sich zu reißen, statt diese Aufmerksamkeit zu verdienen. Es ist prätentiös und laut – modernes Marketing dagegen ist zuverlässig und entspannt.
  • Engagement-Marketing ist kein sofortiger Umsatzgenerator. Es ist messbar, und ihr könnt Metriken erstellen, die wichtige Kennzahlen wie den ROI demonstrieren, aber es ist kein Marketing-Lottoschein, der sofortigen Gewinn verspricht. Ihr baut eine Zielgruppe auf, pflegt Beziehungen und entwickelt Know-how. Diese Dinge brauchen ihre Zeit.
  • Wir sprechen auch nicht von einer Nischen-Strategie. Es ist keine Strategie von Marketern für Marketer. Es ist keine KMU-Strategie. Es umspannt alle Branchen und Fachgebiete, denn Einkäufer und Kunden sind es leid, ständig mit unerwünschten Mitteilungen bombardiert zu werden. Ein Drittel der Fortune 100-Unternehmen haben Blogs auf ihren Websites, und die Coca-Cola-Initiative „Content 2020“ ist ein Beispiel für einen globalen Konzern, der seine Strategie in großem Maßstab umstellt.

Warum sollte sich das Marketing-Denken eures Unternehmens ändern?

Das Internet hat die Geschäftswelt verwandelt. Das wiederum hat die traditionellen Modelle des Verkaufstrichters und Kaufzyklus revolutioniert. Heute sind zwei Drittel bis 90 % der Customer Journey selbstbestimmt – und zwar weit weg von eurem Vertriebsteam.

Eure Marke muss potenzielle Kunden erreichen, die sich bis tief in den Verkaufstrichter hinein selbst informieren (wenn nicht sogar ganz durch den Trichter hindurch). Sie suchen nach genau der Art von Informationen, für die eure Marke die perfekte Quelle ist, und sind es leid, mit Spam bombardiert zu werden.

Hier einige Fakten:

  • B2B-Marken, die ein Blog führen, generieren 67 % mehr Leads pro Monat als Firmen, die dies nicht tun.

  • Unternehmen mit 30 oder mehr Zielseiten erzeugen sieben Mal mehr Leads als Anbieter mit weniger als zehn Seiten.

  • Relevantes E-Mail-Marketing erzeugt 18 Mal mehr Umsatz als Massen-E-Mails.
  • Event-basiertes Marketing kann potenziell 80 % des Direktmail-Budgets einsparen.

  • Unternehmen, die Marketing-Automatisierung verwenden, um potenzielle Kunden anzuziehen, verzeichnen bei qualifizierten Leads einen Zuwachs von 451 %.

Verbraucher sammeln durchschnittlich 79 Tage lang Informationen, bevor sie einen größeren Kauf tätigen. In diesen zwei bis drei Monaten bauen sie auch Beziehungen zu den Marken und Influencern auf, die laufend die gewünschten Informationen und benötigte Unterstützung bereitstellen.

Die wichtigsten Fragen von Marketing-Fachleuten

  • Wie schnell zeigen sich beim Engagement-Marketing erste Ergebnisse?
    Hierzu eine Aussage zu treffen, ist unmöglich. Ihr werdet Ergebnisse erzielen; diese sind messbar und ausweisbar. Doch wie schnell ihr einen ROI feststellen könnt, hängt von zahlreichen Faktoren ab: der Größe des Unternehmens, der Größe der existierenden Zielgruppe, dem Umfang der Branche/Marktnische, dem aktuellen Zustand der Website, der Stärke der Social-Media-Präsenz, dem aktuellen Zustand des E-Mail-Marketing und mehr. Nicht vergessen: Dies ist eine langfristige Strategie.
  • Wie hängen Engagement-Marketing und SEO zusammen? Ist es dasselbe?
    Eine effektive SEO-Strategie stützt sich auf Inbound-Marketing. Mit SEO soll die Aufmerksamkeit von Suchmaschinen geweckt werden, damit eure Website in den Ergebnissen weit oben steht. Und Suchmaschinen bevorzugen Websites, die ein gutes Anwendererlebnis bieten. Nutzer verweilen länger auf informativen, praktischen und hilfreichen Websites: Sie klicken sich durch, verlinken die Sites und kehren immer wieder zurück. Modernes digitales Marketing bedeutet also gute SEO.

  • Ist Engagement-Marketing dasselbe wie Social-Media-Marketing?
    Social Media können eine starke Komponente dieser Marketing-Strategie sein, da eure Zielgruppe bereits mit Netzwerken wie Facebook, Pinterest und LinkedIn interagiert. Eine robuste Marketing-Strategie umfasst einen Plan für die Social-Media-Kanäle, die den Ziel-Personas eurer Marke am besten entsprechen.

Wenn Engagement-Marketing nicht funktioniert

Einige Marketer und Führungskräfte stehen dem Engagement-Marketing skeptisch gegenüber – manch einer hat erlebt, dass diese Marketing-Strategie für sein Unternehmen oder seine Branche nicht unbedingt geeignet scheint.

Es funktioniert nicht, weil potenzielle Kunden nicht nach Informationen über unsere Produkte/Services suchen.

Wenn euer Unternehmen ein neuartiges Produkt, einen Zusatzservice oder Ähnliches verkauft, ist euer Zielmarkt vielleicht nicht eifrig dabei, im Internet nach euch zu suchen. Schließlich suchen potenzielle Kunden nicht nach Antworten auf Fragen, die sie nicht haben. Marken in solchen Branchen meinen, zumindest anfangs Unterbrechungsmarketing einsetzen zu müssen, um Aufmerksamkeit zu erregen und Interesse an ihrem Produkt zu wecken.

Diese Entscheidung zugunsten des Unterbrechungsmarketings setzt jedoch voraus, dass Verantwortliche und Verbraucher auf PPC-Werbung achten. Doch die Statistiken zur abnehmenden Wirksamkeit traditioneller Marketing-Methoden sind in jeder Branche gleich. Es stimmt vielleicht, dass eure idealen Interessenten noch nicht wissen, dass sie euch brauchen. Sie suchen noch nicht nach euch, aber sie suchen etwas.

Ihr könnt Strategien des Engagement-Marketings einsetzen, um Aufmerksamkeit und Vertrauen zu wecken sowie Fragen zu beantworten, die sie tatsächlich haben. Unterstützt sie im Entscheidungsprozess. Beispielsweise interagieren viele Immobilienprofis mit möglichen Interessenten, indem sie Ressourcen und Inhalte teilen, die für ihre geografische Region relevant sind. Versicherungen sprechen potenzielle Kunden an, indem sie über andere Möglichkeiten informieren, Geld zu sparen und wertvolle Besitztümer zu schützen.

PPC-Werbung und ähnliche Marketing-Strategien haben noch immer ihren Wert. Doch abgesehen davon, dass sie Aufmerksamkeit erregen, eignet sich Content-Marketing wesentlich besser, um Beziehungen und Vertrauen aufzubauen.

Engagement-Marketing funktioniert nicht, weil unser Produkt langweilig ist.

Wenn euer Unternehmen Energydrinks produziert und Extremsport-Events veranstaltet, ist es leicht, die Zielgruppe einzubinden. Doch wenn ihr Bürobedarf oder Buchhaltungssoftware verkauft, können derartige Interaktionen schwieriger sein. Hier räumen Marketer ein, dass sie kein Blog schreiben, in Social Media für Begeisterung sorgen oder spannende Online-Gespräche über automatische Einzahlungen oder Kopierpapier anregen können, sodass Inbound-Marketing nicht funktioniert.

Es stimmt, dass nicht jeder Kanal für jede Marke geeignet ist, doch wenn eure Kunden und Interessenten online sind (und das sind sie), könnt ihr sie finden.

Wenn sie von ihrer aktuellen Buchhaltungssoftware enttäuscht sind, brauchen sie keine witzigen Beiträge auf Facebook. Aber euer Blog kann ihre Fragen beantworten und Bedenken über einen Umstieg aus dem Weg räumen. Bürofachkräfte, die sich zwischen Telefongesprächen langweilen, werden eure Witzchen über den Büroalltag und Materialen, die aus dem Druckerraum verschwinden, in den Social-Media-Kanälen zu schätzen wissen.

Zeigt eure Leidenschaft für euer Produkt, euren Service und/oder eure Zielgruppe in den Kanälen, die am besten geeignet sind – ihr werdet kreative Wege finden, interessant zu sein. Wenn eine Hotelkette und ein Scherenhersteller ansprechende Blogs veröffentlichen können, dann könnt ihr das auch.

Neues Marketing für den neuen Markt

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